Cabernet Sauvignon
Kaum eine Rebsorte hat einen so großen Ruf wie Cabernet Sauvignon. Sie gilt als der „König“ unter den Rotweinen, ist auf allen Kontinenten zuhause und steht wie wenige andere Sorten für Kraft, Eleganz und Langlebigkeit.
Ursprünglich stammt sie aus dem Bordeaux, wo sie noch heute eine Hauptrolle spielt. Zusammen mit Merlot und Cabernet Franc bildet sie das Herz der berühmten Bordeaux-Cuvées. Insbesondere im Médoc, in Pauillac oder Margaux. Dort entstehen einige der größten und langlebigsten Rotweine der Welt, die oft Jahrzehnte reifen können.
Spannend ist, dass Cabernet Sauvignon eigentlich ein „Kind der Liebe“ ist: Im 17. Jahrhundert entstand sie durch eine natürliche Kreuzung der roten Cabernet Franc und der weißen Sauvignon Blanc. So wurde eine neue Sorte geboren, die mit der Zeit die Weinwelt erobern sollte.
Heute findet man sie in Italien (Toskana, besonders in den „Super Tuscans“), in Spanien, in Kalifornien, in Chile, in Australien und auch in Südafrika. Sie ist eine der meistangebauten Rotweinsorten der Welt.
In Deutschland spielt sie nur eine kleine Rolle, weil sie viel Wärme und Sonne braucht, doch mit dem Klimawandel wagen sich auch hierzulande immer mehr Winzer an diese edle Sorte. WEITERLESEN...
Charakter und Geschmack
Wer ein Glas Cabernet Sauvignon ins Glas bekommt, erkennt ihn fast sofort. Typisch für diese Rebsorte sind die tiefdunkle Farbe und die kräftigen, strukturierten Tannine. Im Aroma zeigen sich je nach Herkunft verschiedene Noten:
- klassisch: schwarze Johannisbeere (Cassis), Brombeere, Pflaume
- würzig: Paprika, grüne Paprika oder sogar Tabak (besonders aus kühleren Regionen)
- gereift: Leder, Zedernholz, Zigarrenkiste, Graphit
- aus warmen Regionen: Schwarzkirsche, Vanille, Schokolade, oft unterstützt durch Barrique-Ausbau
Am Gaumen ist Cabernet Sauvignon fast immer kräftig, vollmundig und langlebig. In jungen Jahren wirken die Tannine oft streng und kantig, doch mit einigen Jahren Flaschenreife werden sie weicher und eleganter. Gute Weine können problemlos 20, 30 oder mehr Jahre reifen.
Cabernet Sauvignon und das Essen
Aus der Rebsorte Cabernet Sauvignon entsteht kein „leiser“ Wein, er braucht deshalb auch kräftige Speisenbegleiter.
Perfekt passt er zu allerlei gegrilltem oder geschmortem Rindfleisch (Steak, Roastbeef, Rinderbraten), aber auch zu Lammgerichten mit Kräutern und zu Wild fast jeder Art (Reh, Hirsch).
Auch kräftiger Käse wie Parmesan oder Manchego sind gute Foodpairings, aber sensationell ist er einfach zu dunkler Schokolade (bei gereiften, runden Weinen).
Durch seine Tannine und seine kräftige Struktur liebt Cabernet Sauvignon eiweißreiche Speisen. Das macht das Mundgefühl harmonischer und rund.
Entwicklung und Bedeutung heute
Der Erfolg des Cabernet Sauvignons liegt in ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrem unverwechselbaren Charakter. Egal ob aus Bordeaux, Kalifornien, Chile oder Australien, ein Wein aus der Rebsorte Cabernet Sauvignon zeigt immer seinen Ursprung, aber bleibt doch klar erkennbar.
In den letzten Jahrzehnten ist er zu einer regelrechten Marke geworden: Wer Cabernet Sauvignon kauft, erwartet Kraft, Tiefe und Lagerpotenzial. Gleichzeitig hat die Rebsorte auch Trends beeinflusst: Der Ausbau in Barrique-Fässern, die modernen „New World“-Stile oder die berühmten „Super Tuscans“ wären ohne Cabernet Sauvignon kaum denkbar. Cabernet Sauvignon ist nicht umsonst die wohl bekannteste Rotweinsorte der Welt.
Seine dunklen Fruchtaromen, die typischen Tannine und die Fähigkeit, Jahrzehnte zu reifen, machen ihn zum Inbegriff großer Rotweine. Ob als Teil einer edlen Bordeaux-Cuvée oder als sortenreiner „Cab“ aus Kalifornien, Australien oder Chile, solch ein Wein hat immer Charakter.
Wer kräftige, tiefgründige Rotweine liebt, kommt an ihm nicht vorbei.
Oder, um es locker zu sagen: Cabernet Sauvignon ist eine Legende im Glas.